Weikersheim, 13. August 2026 – Zum fünften Mal in Folge hat die Bürgerinitiative Kinderferienfahrten Weikersheim e.V. (KIFFA) Kinder zu einem Nachmittag auf dem Milchviehbetrieb Hof Aischland eingeladen. Wie all die Jahre wurde die Aktion fachlich von Tierärztinnen der Tierärzte Weikersheim begleitet. 20 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren erlebten hautnah, wie ein moderner Milchviehbetrieb funktioniert. Die Plätze für die beliebte Aktion waren erneut schnell ausgebucht. Der Betrieb Milch eGbR wird von drei Familien gemeinsam mit ihren Altenteilern bewirtschaftet und hält 300 Milchkühe mit eigener Nachzucht.
Zu Beginn begrüßte Magreth Beck, Mutter zweier Betriebsleiter, die Kinder auf dem Hof und führte die Gruppe durch Kälberstall, Abkalbestall und den Milchkuhstall mit Melkkarussell. Ihr ist es dabei wichtig, Interesse an der Landwirtschaft zu wecken: Sie möchte bei den Besucherinnen und Besuchern auch Verständnis dafür schaffen, dass es auf einem Bauernhof mal riecht und staubt – und warum Gülle, das „schwarze Gold“, wie sie es nennt, für die Landwirtschaft unverzichtbar ist.
Besonders begeistert zeigten sich die Kinder vom Futterroboter, der den Kühen stündlich frisches Futter vorschiebt. Beck erklärte auch, wie die Hitze der vergangenen Wochen die Tiere beeinflusst: Ab 25 Grad wird es den Kühen zu warm und deshalb geben sie aktuell rund 1.000 Liter weniger Milch als üblich. Zwei neugeborene Kälber wurden von den Kindern spontan auf die Namen Thea und Heriberth getauft. Auch ein Bad in einem riesigen Berg aus Dinkelspelze in der Maschinenhalle sorgte bei den Kindern für Begeisterung.
Nach einer kurzen Pause wurden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt: Julia Stolz, Ehefrau eines Betriebsleiters, zeigte den Umgang mit Kälbern, während die Tierärztinnen Carmen Schweizer und Dr. Evamaria Schraub von den Tierärzten Weikersheim altersgerecht vermittelten, was Kühe fressen und wie die Milchproduktion im Körper der Kuh funktioniert – von der Silage bis zum Euter. Zum Abschluss stellten die Kinder selbst Butter her und probierten frisches Butterbrot.
„Über Social Media entsteht oft ein verzerrtes Bild, viele Menschen sind im Alltag weit weg von der Realität der Landwirtschaft“ sagt Dr. Evamaria Schraub, Geschäftsführerin der Tierärzte Weikersheim. „Wir erleben in unserer täglichen Arbeit immer wieder, wie wichtig es ist, Verständnis für die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen. Genau das wollen wir mit Aktionen wie dieser fördern.“ Die sechsjährige Rosalie, die zum ersten Mal an einem KIFFA-Programm teilnahm, war besonders angetan von den Kälbchen: „Nicht ganz so weich wie mein Hund zu Hause, aber trotzdem sehr süß.“ Vor den großen Kühen hatte sie zunächst Respekt, am Ende traute sie sich aber, eine der Fleckviehkühe zu streicheln und zu füttern.
Christina Albert, die die Gruppe als Betreuerin der Kinderferienfahrten begleitete, bedankte sich am Ende bei allen Beteiligten und betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements von Landwirtinnen und Tierärztinnen für Aktionen wie diese.





